Wie Achtsamkeit dein Leben verändert

Achtsamkeit ist eine der kraftvollsten Methoden, unser Leben hier und jetzt radikal und nachhaltig zu transformieren. Nicht zuletzt habe ich deshalb diesen Blog Roadheart getauft, weil dieses Wort für mich genau diesen Zustand von Achtsamkeit beschreibt. Wenn wir auf Reisen sind, zum Beispiel auf einem Roadtrip, ist alles aufregend und neu. Der Autopilot, der uns normalerweise durch den Alltag begleitet, wird zumindest für kurze Zeit ausgeschaltet und wir saugen alles mit neugierigen Kinderaugen auf. Vielleicht ist dieser Zustand genau der Grund, warum viele Menschen das Reisen so lieben und manchmal sogar abhängig davon zu sein scheinen, immer wieder neue, unbekannte Länder zu bereisen oder einfach nur ständig unterwegs zu sein.

Doch auch auf Reisen ist dieser Zustand nicht von Dauer. Am Anfang ist er am stärksten, aber irgendwann lässt er nach. Je öfter wir unterwegs sind, desto schneller verblasst die Anfangseuphorie – auch das Reisen ist mittlerweile zur Routine geworden und wir funktionieren wieder im Autopilot. Da kann sich ein Gefühl der Lust- und Antriebslosigkeit schnell einstellen, zumal es dann auch noch verbunden ist mit den ganzen Unannehmlichkeiten, die man als Reisender so hinnehmen muss. Der fehlende Komfort löst dann nicht mehr ein Gefühl von Abenteuer aus, sondern geht einfach nur noch auf die Nerven.

Dabei müssen wir gar nicht in ferne Länder reisen, um diesen erfüllenden Zustand, vollkommen präsent zu sein und unsere Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu erleben. Wer auch zuhause achtsam ist, für den ist der Alltag genauso spannend wie ein Roadtrip in einem fernen Land.

Was ist Achtsamkeit genau?

Achtsamkeit ist ein Geisteszustand, in dem wir voll und ganz gegenwärtig sind. Statt in Erinnerungen zu schwelgen oder zukünftige Ereignisse zu planen, sind wir völlig im gegenwärtigen Moment und nehmen wahr, was um uns herum passiert.

Achtsamkeit ist ein aufmerksames, wertfreies Beobachten des Ist-Zustands – entweder der Außenwelt (Geräusche, Gerüche, Bilder etc.) oder der Innenwelt (Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmung).

Wenn wir achtsam sind, konzentrieren wir uns in jedem Moment des Lebens ohne Ungeduld und ohne Wertung, auf das, was wir gerade machen. Wichtig ist, dass wir die Situation nicht bewerten. Wir stehen dem Abwasch mit genauso viel Achtsamkeit und Interesse gegenüber wie einem Sonnenuntergang am Meer. Achtsamkeit bedeutet zum Beispiel auch, weder Nahrungsmittel noch Informationen zu verschlingen, sondern ganz bewusst aufzunehmen.

„Freude ist genau das, was jetzt geschieht – abzüglich unserer Meinung darüber.“ Charlotte Joko Beck, US-amerikanische Zen-Lehrerin

Nur in einem Zustand der Achtsamkeit können wir wirklich glücklich sein. Wer nicht gerade vollkommen gegenwärtig ist, kann keinen Zustand von Euphorie, wahrer Freude und Glückseligkeit erleben. Umso trauriger ist es, wenn man bedenkt, dass wir in den wenigsten Momenten wirklich präsent sind. Meist wirklich nur dann, wenn eine unmittelbare Gefahr droht. Wenn beispielsweise plötzlich ein schnelles Auto auf uns zufährt, müssen wir präsent sein und können nicht in Erinnerungen schwelgen oder uns aufs Wochenende freuen. Ein solcher Schreckmoment ist nicht unbedingt angenehm, aber immerhin spürt man sich und das Leben in solchen Momentan mal wieder hundertprozentig und bekommt eine Ahnung davon, was es bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben.

Was Achtsamkeit nicht ist 

Im Kontrast dazu ist unser alltägliches Leben meist von einer Art Schleier umgeben. Die meiste Zeit sind wir mit unseren Gedanken irgendwo in der Vergangenheit oder Zukunft und nehmen kaum wahr, was um uns herum geschieht. Diese geistige Abwesenheit macht nicht nur auf Dauer extrem unglücklich, sie stiehlt uns auch Zeit.

Wenn wir in unserem Leben nicht wirklich anwesend sind, vergeht die Zeit wie im Flug. Wer hat es nicht schon etliche Male gehört oder selbst gesagt: „Unfassbar, schon wieder ein Jahr rum….“ Die Zeit vergeht aber nicht schnell. Das Problem ist, dass wir sie nicht wirklich wahrnehmen, weil wir ständig mit etwas anderem beschäftigt sind. Alles scheint interessanter und erstrebenswerter, als der gegenwärtige Moment. Das ist zweifellos das beste Rezept, um unser Leben zu verpassen, denn es ist immer nur jetzt und der jetzige Moment ist perfekt, genau so, wie er ist. Achtsamkeit ist das beste Mittel, das Leben zu entschleunigen, Zeit bewusster wahrzunehmen und sie dadurch subjektiv auszudehnen.

Wenn wir nicht achtsam sind, verlieren wir das Bewusstsein darüber, was wir eigentlich machen und warum. Wir leben ein Roboter-Leben, völlig abgetrennt von unserer wahren Natur und unseren Möglichkeiten. Wissenschaftliche Studien haben bereits nachgewiesen, dass wir uns im Autopilot-Modus deutlich unglücklicher fühlen. Das können wir aber auch herausfinden, indem wir uns einfach selbst beobachten.

Achtsamkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen 

Auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen sind wir oft unachtsam. Oftmals hören wir den anderen gar nicht wirklich zu, sondern warten einfach darauf, selbst wieder etwas sagen zu können. Wir haben bereits unsere vorgefertigten Meinungen und sind nicht wirklich bei der anderen Person, sondern in Gedanken schon wieder ganz woanders. Durch achtsames Zuhören dagegen können wir unsere Beziehungen enorm verbessern, die anderen so sehen, wie sie sind, und wirklich auf sie eingehen. Dabei lernen wir selbst unheimlich viel und erleben ein Gefühl der Verbundenheit.

Ist Achtsamkeit dasselbe wie Aufmerksamkeit?

Achtsamkeit ist eine bewusste und kontrollierbare Aufmerksamkeit, die sich ausschließlich auf den gegenwärtigen Moment richtet. Aufmerksam können wir dagegen auch sein, wenn wir gerade vollkommen unbewusst und abgelenkt durchs Leben gehen. Dann schenken wir beispielsweise unserem Kopfkino, unseren Erinnerungen an Vergangenes oder Projektionen in die Zukunft Aufmerksamkeit. So etwas wie Unaufmerksamkeit gibt es im Grunde gar nicht, denn wir sind immer auf irgendetwas aufmerksam. Das Problem ist, dass wir es kaum schaffen, über längere Zeit auf eine bestimmte Sache aufmerksam zu sein.

Denn unsere Aufmerksamkeit springt von einer Sache zur nächsten, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, geschweige denn, diesen Zustand kontrollieren könnten. Bestimmt ist dir die sehr treffende Bezeichnung „monkey mind“ schon mal zu Ohren gekommen.

Wenn wir zum Beispiel ins Internet gehen, um nur mal schnell das Wetter für morgen zu checken, und dann zwei Stunden später den Laptop oder das Telefon ausschalten und gar nicht so richtig wissen, was wir gerade eigentlich gemacht haben, dann ist das Unachtsamkeit. Wir haben unkontrolliert Informationen konsumiert, unsere Aufmerksamkeit von irgendwelchen Reizen steuern lassen und unheimlich viel Zeit verplempert. Für mich ist das eine der schlimmsten Konsequenzen der Unachtsamkeit: Wir verlieren unheimlich viel Zeit, die uns dann an anderer Stelle für die wichtigen Dinge fehlt.

Achtsamkeit dagegen ist bewusste Aufmerksamkeit sowie die Fähigkeit, diese zu kontrollieren. Das bedeutet, wir können bewusst steuern, auf was wir aufmerksam sein wollen und auf was nicht und wie lange wir diesen Gegenständen oder Ereignissen unsere Aufmerksamkeit schenken.

Das klingt vielleicht gar nicht so schwer, ist es aber leider. Um das wirklich gut hinzubekommen, bedarf es viel Übung, Ausdauer und Entschlossenheit, ein wirklich bewusstes und folglich glückliches Leben zu führen.

Positive Effekte von Achtsamkeit

Doch was bringt uns das Ganze konkret? Warum lohnt es sich so, Achtsamkeit regelmäßig zu trainieren, obwohl es uns oft so schwer fällt?

  • Du lernst dich selbst, deine Gedanken und Gefühle besser kennen und verstehen
  • Du begreifst, welchen Einfluss deine Gedanken auf dich und dein Leben haben
  • Du kannst Gedanken und Gefühle bewusst ändern
  • Du kannst auch mal die Perspektive wechseln und Gewohntes anders wahrnehmen
  • Du entdeckst eine neue Welt, indem du all das wahrnimmst, was dir bisher durch Unbewusstheit und Unachtsamkeit entgangen ist
  • Du hinterfragst gewohnheitsgemäße Reaktionen und Verhaltensmuster
  • Du kannst aus gewohnheitsmäßigen Abläufen und dem Hamsterrad ausbrechen
  • Du erkennst die hauptsächlichen Stressfaktoren in deinem Leben und kannst sie eliminieren oder zumindest reduzieren
  • Du wirst ruhiger und gelassener
  • Du bist öfter gutgelaunt
  • Du lernst, deinen Körper bewusst wahrzunehmen und auf seine Signale zu hören, dadurch beugst du Krankheiten wie Burn-out vor
  • Du konzentrierst dich auf Dinge, die dich wirklich glücklich machen
  • Du lernst, gezielt deine Aufmerksamkeit auf etwas zu richten und zu halten
  • Du erledigst alltägliche und berufliche Dinge fokussierter und dadurch effizienter, was viel Platz in deinem Leben schafft
  • Du entschleunigst deinen Alltag und bist weniger gestresst
  • Du kannst loslassen
  • Du kannst Ängste und Sorgen loswerden, denn diese existieren im gegenwärtigen Moment nicht
  • Du verbesserst deine Fähigkeit, dich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Taten zu verstehen, statt sie zu verurteilen
  • Du gehst optimistischer durchs Leben

Viele dieser Punkte sind wissenschaftlich belegt. Die Achtsamkeitspraxis hat in den vergangenen Jahren einen wahren Boom in den Wissenschaften erlebt, sodass es mittlerweile zahlreiche Studien und Publikationen zum Thema gibt. Mittlerweile wird die Achtsamkeitspraxis beispielsweise erfolgreich für die Behandlungen von Depressionen, Burnout und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt.

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich durch die Achtsamkeits-Praxis die Struktur unseres Gehirns dauerhaft verändert. Die Areale, die für positive Emotionen, Konzentration und Empathie zuständig sind, werden aktiver. Außerdem gilt als bewiesen, dass sich durch Achtsamkeit sowohl unsere körperlicher Gesundheit als auch unsere (Liebes-)Beziehungen verbessern.

Bist du überzeugt vom Nutzen der Achtsamkeit, möchtest gern achtsamer werden und Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren? Dann lies hier weiter!

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4 Kommentare

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