Wie dich unterdrückte Gefühle davon abhalten, dein wahres Potential zu leben

Gefühle unterdrücken: Wie und warum?

Über Gefühle erfahren wir uns selbst und die Welt. Wir können in diesem Leben die tiefste Depression und die höchste Ekstase erleben. Letztlich ist es diese Spannbreite der Emotionen, die das Leben so aufregend und lebenswert macht.

Lange bevor wir denken können, nehmen wir die Welt über Gefühle wahr. Auch später, wenn der Kopf scheinbar Überhand nimmt, lassen wir uns sehr stark von Gefühlen beeinflussen. Sie entscheiden, zu welchen Dingen und Menschen wir uns hingezogen fühlen, wofür wir uns interessieren und wie wir leben.

Im Grunde geht es bei allen Erfahrungen und Zielen, die wir anstreben, nur um Gefühle. Egal, ob es unser großer Traum ist, die Welt zu bereisen, reich und berühmt zu werden oder ein Aussteiger-Leben auf einem Bauernhof zu führen: Es geht nie um die Sache an sich, sondern um das positive Gefühl, das wir damit verbinden.

Wer nicht mehr richtig fühlt, hat im Grunde aufgehört zu leben. Wer Gefühle permanent unterdrückt, stumpft innerlich ab, wird depressiv und spielt nicht selten mit dem Gedanken, sein Leben zu beenden.

Lange Zeit war mir überhaupt nicht bewusst, welche zentrale Rolle Gefühle in unserem Leben spielen. Doch als ich begann, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen und mich selbst besser zu beobachten, stellte ich fest, dass es bestimmte Gefühle gibt, die ich permanent unterdrücke, weil ich sie scheinbar nicht ertragen kann. Das raubt mir eine Menge Energie und hält mich wahrscheinlich davon ab, mein wahres Potential zu leben.

Doch warum ist das so? Warum und wie unterdrücken wir Gefühle? Was hat das für Konsequenzen? Wie können wir wieder lernen, sämtliche Gefühle bedingungslos anzunehmen und zu durchfühlen? Und was bringt das?

Sucht nach positiven Gefühlen & Flucht vor negativen Gefühlen 

Das Problem ist: Wir sind süchtig nach positiven Gefühlen wie Freude, Liebe und Enthusiasmus. Negative Emotionen wie Trauer, Angst, Scham, Wut, Einsamkeit und Hilflosigkeit wollen wir dagegen nicht fühlen und würden sie am liebsten komplett aus unserem Leben verbannen. Sie sind die Schatten, die wir nicht sehen, annehmen und akzeptieren wollen.

Das kann nicht funktionieren. Negative Gefühle sind nur die Kehrseite von positiven Emotionen. Ohne das eine kann das andere nicht existieren. Würden wir Gefühle wie Trauer, Angst oder Scham nicht kennen, wüssten wir auch nicht was pure Lebensfreude, Glück und Ekstase ist. Wie eine Batterie hat das Leben zwei Pole, einen positiven und einen negativen. Erst wenn die Energie zwischen beiden Polen fließt, ergibt sowohl die Batterie als auch unser Leben einen Sinn. Ohne das Schwingen zwischen den Polen, gäbe es keinen Energiefluss. Der negative Pol ist genauso wichtig wie der positive.

Wir versuchen jedoch die eine Seite, die wir als negativ bewerten, zu unterdrücken und rennen rastlos der anderen hinterher. Schließlich wundern wir uns, warum wir das Glück nie dauerhaft erreichen und unsere Schattenseiten uns immer wieder einholen.

Gefühle unterdrücken: Strategien

Doch wie unterdrücken oder verdrängen wir Gefühle? Dazu entwickelt jeder eine eigene Strategie, meist passiert das schon in der Kindheit.

Prinzipiell gibt es zwei Strategien, um negative Gefühle zu verdrängen bzw. nicht fühlen zu müssen: Ablenkung oder Betäubung. Ablenkung von dem Gefühl kann allein dadurch geschehen, dass wir unserem Verstand das Kommando übergeben. Der bewertet, hinterfragt und versucht, das Gefühl irgendwie rational einzuordnen, um es dann wegzudrücken, als lächerlich oder irrelevant abzutun und es zu ignorieren. Außerdem können wir unseren Verstand auf etwas anderes lenken, anstatt das Gefühl zu fühlen, zum Beispiel indem wir einen Film schauen, fernsehen, ziellos im Internet surfen, Spiele zocken oder uns zwanghaft in Gesellschaft begeben, statt allein zu sein. Zu den typischen Betäubungsmechanismen zählen vor allem Alkohol und Nikotin, aber auch andere Drogen sowie Spielsucht, übermäßiges Essen oder auch der Drang nach immer neuen Erlebnissen und exzessives Reisen.

Warum unterdrücken wir Gefühle?

Bei mir ist es beispielsweise meist das Essen. Sobald ich wahrnehme, dass irgendetwas nicht stimmt und sich ein negatives Gefühl anbahnt, fange ich an zu essen und esse mich dann so voll, bis ich nichts mehr fühlen kann. Oft passiert das unbewusst, ich fange schon an zu essen, bevor ich das negative Gefühl bewusst wahrnehme.

Das Problem scheint erstmal gelöst. Das unangenehme Völle-Gefühl und die Bauchschmerzen nehme ich gern in Kauf, um das andere vermeintlich viel schrecklichere Gefühl nicht fühlen zu müssen. Am nächsten Tag esse ich dann meist gar nichts, um die tausenden Kalorien wieder wettzumachen.

Ich habe keine Ahnung, warum ich gerade diese Strategie entwickelt habe. Bei mir funktioniert das am besten, um schmerzliche Gefühle nicht wahrnehmen zu müssen. Eine Zeitlang hatte ich es geschafft, diese Fressattacken durch Sport zu ersetzen. Das sieht nach außen hin positiver aus und fühlt sich hinterher besser an, es bleibt aber ein Verdrängungsmechanismus und ein Davonlaufen vor meinen Gefühlen, was sich in vielen Lebensbereichen negativ auswirkt und mir die Energie raubt, mein volles Potential zu leben.

Warum wir Gefühle unterdrücken oder verdrängen 

Aber warum machen wir das überhaupt? Meist lernen wir in der Kindheit, dass als negativ bewertete Gefühle unerwünscht sind. Wir kriegen schnell mit, dass wir nicht mehr geliebt werden, wenn wir wütend, ängstlich, zornig oder weinerlich sind. Unsere Eltern, die selbst nicht gelernt haben, mit negativen Gefühlen umzugehen, bringen uns früh bei, dass diese Gefühle unerwünscht und nicht in Ordnung sind. Daraus schlussfolgern wir, dass mit uns irgendetwas nicht stimmt, weil wir diese „schlechten“ Gefühle nunmal haben. Wir leiden darunter und spalten diese Gefühle von uns ab, wir wollen sie nicht sehen, nicht akzeptieren und schon gar nicht fühlen. Im Laufe der Zeit entwicklen wir immer ausgefeiltere Strategien, um diese Gefühle zu unterdrücken. Je mehr wir sie jedoch bekämpfen, desto heftiger kommen sie immer wieder und werden irgendwann zu einem großen Problem.

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Warum unterdrückte Gefühle so ein großes Problem sind 

Unterdrückte, nicht gefühlte Gefühle sind in vielen Hinsichten ein Problem:

  • Unterdrückte Gefühle verschwinden keineswegs, sondern werden durch Verdrängen und Unterdrücken nur stärker und kehren immer wieder. Sie schreien förmlich nach unserer Aufmerksamkeit, weil Gefühle durchlebt werden wollen. Es ist wie mit allem im Leben: Was wir bekämpfen, machen wir stark.
  • Gefühle zu unterdrücken kostet unheimlich viel Energie. Es ist wie zu versuchen, die ganze Zeit einen mit Luft gefüllten Ball unter Wasser zu halten. Es geht, erfordert aber ständige Aufmerksamkeit und Anstrengung.
  • Vermeintlich negative Gefühle sind nur die eine Seite der Medaille, die andere Seite sind Gefühle, die wir als positiv bewerten, wie Freude, Liebe, Lebenslust. Wenn wir das eine ständig unterdrücken, laufen wir Gefahr, auch die andere Seite nicht mehr fühlen zu können. Die Folge ist, dass wir uns völlig taub und vom Leben abgeschnitten fühlen. Das nennt man Depression. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge werden Depressionen bis 2020 die weltweit am meisten verbreitete psychische Krankheit sein.
  • Unsere innere Stimme bzw. Intuition kommuniziert über Gefühle mit uns. Wenn wir nicht richtig fühlen bzw. unsere Gefühle nicht wahrnehmen und deuten können, ist es ungleich schwerer, unsere Herzenswünsche zu spüren und gute Entscheidungen im Leben zu treffen. Uns fehlt Klarheit im Leben und wir wissen nicht wirklich, was wir eigentlich wollen. Es ist, als wären wir auf dem offenen Meer ohne Kompass unterwegs. Wir lassen uns ziellos von den Lebensumständen hin und her treiben, ohne zu wissen, wohin die Reise eigentlich gehen soll.
  • Umso mehr wir fühlen, desto besser können wir innere Blockaden, die uns davon abhalten unser volles Potential zu leben, erkennen, auflösen und heilen. 
  • Ein guter Umgang mit Gefühlen ist der Schlüssel zu gesunden Beziehungen 
  • Emotionen, die über einen sehr langen Zeitraum unterdrückt werden, können sich zu Krankheiten ausbilden. Viele Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Quantenphysik, Kinesiologie, Genetik und Biologie glauben heute, dass ca. 90 Prozent aller Krankheiten durch emotionale Altlasten entstehen. Denn Gefühle sind Energie und wenn diese nicht rausgelassen wird, bilden sich negative Emotionsmoleküle im Körper, die zu Krankheiten und Schmerzen werden. Erst durch die Aufarbeitung der unterdrückten Gefühle ist körperliche, geistige und seelische Gesundheit möglich.

 

Filmtipp: Auch der Dokumentarfilm E-Motion – Lass los und du bekommst, was für dich bestimmt ist* aus dem Jahr 2015 erklärt anhand zahlreicher Experten-Interviews, wie unterdrückte Gefühle zu Krankheiten werden und unser gesamtes Leben blockieren.

Was sich hinter unterdrückten Gefühlen verbirgt

Wenn du ein lebendiges, gesundes Leben führen und dein volles Potential leben willst, kommst du nicht darum herum, unterdrückte Gefühle loszulassen und diese unterdrückte Energie aus deinem Körper zu befreien. Dazu gibt es nur eine Möglichkeit: Du musst dich den Gefühlen stellen, die du bis jetzt immer verdrängt hast. Du musst sie durchfühlen, um sie dann loslassen zu können.

„The best way out is always through.“ Robert Frost

Negative Emotionen liegen wie Schichten übereinander. Eine negative Emotion überdeckt meist etwas anderes. Erst wenn wir ein Gefühl durchfühlen, kommen wir an die darunter liegende Schicht bis wir irgendwann den Kern des Problems erreichen. Dabei handelt es sich meist um einen tiefen Schmerz, eine Verletzung aus der Kindheit. Die negativen Schichten liegen wie ein Schutzmantel darüber, weil wir diesen Schmerz als Kinder nicht ertragen konnten. Jetzt sind wir jedoch erwachsen und in der Lage, uns dem tiefsten Schmerz in uns zu stellen, um endlich ein Leben in Freiheit zu führen und unser volles Potential zu leben.

Unterdrückte Gefühle fühlen: Meine Erfahrungen 

Negative Gefühle zu durchfühlen, anstatt sie zu unterdrücken, klingt einfacher als es ist. Für mich ist es immer wieder eine große Herausforderung, mich schmerzhaften Gefühlen zu stellen. Obwohl ich mit dem Kopf verstanden habe, wie unheimlich wichtig es ist, mache ich immer noch oft genug einen Rückzieher, vor allem, wenn sich besonders heftige Gefühle anbahnen. Mitunter fühle ich mich dann, als würde ich von mir selbst verlangen, mich vor einen heran rollenden Zug zu stellen. Es braucht definitiv viel Mut und Willenskraft, sich seinen schmerzlichsten Gefühlen zu stellen. Sie nur dieses eine Mal doch nochmal zu verdrängen, scheint dann die einfachste Lösung. Schließlich haben die meisten von uns mittlerweile schon ein ganzes Repertoire an Strategien entwickelt, um Gefühle schnell und oft auch effektiv zu verdrängen. Aber es ist nur kurzfristig eine gute Lösung, langfristig hat dieses Verhalten fatale Folgen.

Der Ausweg: Praktische Tipps, um Gefühle nicht länger zu unterdrücken und mehr zu fühlen 

Gefühle unterdrücken: So befreist du dich

Wie schon gesagt, ist der einzige Weg, als negativ empfundene, unterdrückte Gefühle loszulassen, sie anzuerkennen, genau hinzuschauen und bewusst zu durchfühlen bis wir an deren Wurzel kommen und den tiefsten Schmerz in uns heilen. Das ist nichts, was man in ein paar Wochen abarbeitet, sondern in den meisten Fällen ein jahrelanger, vielleicht ein lebenslanger Prozess. Aber ich bin mir sicher, dass es sich lohnt und für alle unverzichtbar ist, dir ihr volles Potential in diesem Leben verwirklichen möchten. Wichtig ist, dass wir geduldig und liebevoll mit uns umgehen und mit kleinen Schritten anfangen, denn zu viel kann sehr schnell überfordern.

Der erste Schritt, der meiner Erfahrung nach schon sehr viel bewirkt, ist überhaupt erstmal Bewusstsein auf dieses Thema zu lenken. Das machst du allein schon dadurch, dass du diesen Artikel liest oder dir den Film E-Motion* über unterdrückte Gefühle anschaust.

Dann kannst du verschiedene praktische Übungen anwenden, um wieder mehr mit deinen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Du musst dich nicht gleich am Anfang den schrecklichsten Gefühlen in dir stellen. Damit wäre wohl jeder überfordert. Es reicht auch, erstmal wieder mehr mit der eigenen Gefühlswelt in Kontakt zu treten und „negative“ Gefühle zu akzeptieren, statt sich selbst und andere dafür zu verurteilen.

Dazu kannst du beispielsweise folgende Übungen machen:

  • Halte im Laufe des Tages immer wieder inne und frage dich: Was fühle ich gerade? Um das nicht zu vergessen, erinnerst du dich am besten drei- bis fünfmal pro Tag per Handy-Alarm daran. Du spürst mindestens 30 Sekunden in deinen Körper und nimmst deine derzeitigen Gefühle wahr, ohne sie mit dem Kopf zu bewerten. Gefühle wahrzunehmen, ohne sie in irgendeiner Form zu bewerten, war für mich schon unheimlich befreiend.
  • Gefühle aufschreiben: In einem nächsten Schritt kannst du dir ein Notizbuch organisieren und jedes Mal, nachdem du deine Gefühle bewusst gefühlt hast, kurz aufschreiben wie du dich gerade gefühlt hast. So hast du später einen Überblick darüber, was du an einem Tag so alles fühlst und du kannst bestimmte Muster und auch Auslöser für verschiedene Gefühle ausfindig machen, wie zum Beispiel bestimmte Glaubenssätze, Gedanken, Situationen oder Kommentare von anderen. So kommst du deinen tiefsten Verletzungen und Lebensthemen auf die Spur.
  • Setze dich den verschiedensten Emotionen aus und nimm sie ganz bewusst wahr. Schau dir zum Beispiel unterschiedliche Filme an, die verschiedenste Gefühle triggern, wie eine romantische Komödie, ein unfassbar trauriges Drama, einen fesselnden Thriller oder einen gut gemachten Horror-Film.
  • Verlasse mal wieder deine Komfortzone und mache Dinge, die du noch nie gemacht hast. Geh allein auf eine Veranstaltung, wo du niemanden kennst, verreise ganz allein oder spreche vor eine großen Menschenmenge. Welche Gefühle löst das in dir aus? Wie fühlst du dich dabei? Wie intensiv sind diese Gefühle?
  • Versuche beim nächsten Streit, in einer stressigen Situation oder einem anderen herausfordernden Moment so bewusst wie möglich zu bleiben und genau wahrzunehmen, was in dir passiert. 
  • Werde dir bewusst, welche Verdrängungsmechanismen du benutzt, um besonders heftige Emotionen nicht fühlen zu müssen. Beobachte dich genau und akzeptiere liebevoll, auf welchem Level deiner emotionalen Reise du dich befindest.
  • Wenn du du deine Verdrängungsstrategien aufgespürt hast, nehme dir für das nächste mal vor, diese heftigen Emotionen nur 30 Sekunden lang zuzulassen. Fühle da nur einen kurzen Moment hinein, bevor du wieder deine üblichen Strategien anwendest, aber diesmal ganz bewusst und wissend, warum du das tust, nämlich um Schmerzliches nicht fühlen zu müssen. Akzeptiere und liebe dich dafür, das du den Schmerz so effektiv von dir fern hältst. Den Zeitraum, in dem du diese heftigen Gefühle bewusst wahrnimmst, ohne sie zu bewerten und ohne sie ändern zu wollen, kannst du dann immer weiter ausdehnen.
  • Finde heraus, wie deine Gedanken und Gefühle zusammenhängen. Meist entstehen negative Gefühle aufgrund bestimmter Gedanken. Setze dich hin und denke absichtlich Gedanken, die für dich absolut schrecklich sind, und nehme bewusst wahr, welche Gefühle dadurch aufkommen und wie sie sich anfühlen. Denke anschließend einen besonders schönen Gedanken und schaue, wie du darauf reagierst.
  • Beginne mit negativen Gefühlen, die nicht ganz so herausfordernd sind. Es gibt ganz unterschiedliche negative Gefühle wie Angst, Trauer, Scham, Wut, Abhängigkeit oder Einsamkeit. Sicher sind bestimmte Gefühle schlimmer für dich als andere. Wir alle haben irgendwo unser großes Thema, mit dem wir am schwierigsten umgehen können. Spüre am Anfang also erstmal ganz bewusst in negative Gefühle rein, die für dich nicht ganz so schwierig sind. Wenn du mehr Übung hast, kannst du dich auch den Emotionen stellen, mit denen du ein größeres Thema hast.

Negative Gefühle durchfühlen und verwandeln: Anleitungen auf YouTube

Auf YouTube gibt es wie ich finde ein paar nützliche Anleitungen und Meditationen, um unterdrückte Gefühle zu befreien, zu fühlen und zu transformieren. Alle Experten gehen dabei davon aus, dass die negativen Gefühle immer erst bewusst wahrgenommen und durchfühlt werden müssen und erst dann in etwas Positives verwandelt werden können. Negative Gefühle zu verwandeln und zu heilen, bedeutet aber nicht, dass du nach diesen Übungen nie wieder schlechte Gefühle hast. Negative Gefühle gehören wie schon gesagt zum Leben dazu und es kann nicht darum gehen, sie komplett aus unserem Leben zu verbannen. Die Übungen helfen aber dabei, negative Emotionen schneller loszulassen, alte Wunden zu heilen und folglich in unsere volle Kraft zu kommen und unser volles Potential zu leben.

Robert Betz: Lernen, Gefühle zu verwandeln

Robert Betz gibt in diesem Video eine praktische und effektive Anleitung, wie du negative Gefühle annehmen, loslassen und transformieren kannst. Mir hilft sie bei besonders heftigen Emotionen.

Safi Nidiaye: Unterdrückte Gefühle aufspüren und mit dem Herzen heilen 

Auch dieses Video der Schriftstellerin und Meditationslehrerin Safi Nidiaye finde ich sehr hilfreich. Sie hat die Methode körperzentrierte Herzensarbeit entwickelt, mit der verdrängte Emotionen im Körper aufgespürt und geheilt werden können.

Teal Swan: Den emotionalen Körper heilen 

Im englischsprachigen Bereich finde ich die Videos der spirituellen Lehrerin Teal Swan am hilfreichsten, um negative Gefühle nicht länger zu unterdrücken und zu heilen.

Fazit 

Wenn es uns gelingt, unterdrückte Gefühle endlich loszulassen, wird unheimlich viel Energie frei, die wir in ihrer erlösten Form für andere Sachen nutzen und endlich in unsere volle Kraft kommen können. Wer Gefühle bewusst wahrnimmt, auch negative Emotionen liebevoll annimmt und sie durchfühlt, statt taub und abgestumpft durch die Gegend zu laufen, wird auch die Stimme des Herzens besser wahrnehmen. Diese Stimme, die man auch Intuition oder innere Führung nennt, zeigt uns den richtigen, nämlich unseren ureigenen Weg meist über Gefühle. Wenn wir wieder lernen, diese leise Stimme über Gefühle wahrzunehmen und die Zeichen zu deuten, folgen wir der inneren Führung und leben das Leben, für das wir hier sind – und zwar in unserer vollen Kraft und mit dem ganzen Potential, das in uns steckt.

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6 Kommentare

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  2. Ich habe dass Problem dass ich diese Gefühle schon irgendwie, irgendwo fühlen will, weil ich verstanden habe dass es mir nur so besser gehen wird. Doch wenn ich diese Gefühle fühlen möchte, will etwas in mir dass nicht zulassen. Ich fange an zu Dissoziieren und Spalte sie ab. Ich fühle mich dann entfremdet und fühle nichts mehr.

    • Hallo Ranma, das vollständige Annehmen und Durchfühlen ist vor allem bei besonders schwierigen, weil lange Zeit verdrängten und vielleicht mit traumatischen Erfahrungen in Zusammenhang stehenden Emotionen alles andere als leicht. Verlange daher nicht zu viel von dir, sondern mache lieber kleine Schritte. Vielleicht gibt es negative Gefühle, die nicht ganz so schlimm sind, mit denen du beginnen kannst? Vielleicht kannst du auch jedes Mal ein Stück weiter gehen, indem du diese Gefühle jedes Mal etwas länger spürst, bevor du sie abspaltest? Eventuell begreift dieser Teil in dir dann immer mehr, dass vom Zulassen und Durchfühlen keine Gefahr ausgeht, sondern es dir ganz im Gegenteil Erleichterung verschafft. Ich denke jedes Mal, wenn du zumindest versuchst, das Gefühl zuzulassen, anstatt es gewohnheitsmäßig zu unterdrücken, ist ein Erfolg. Wenn du dran bleibst, wirst du auch bald eine Verbesserung bemerken. Ich wünsche dir alles Liebe und Gute für deinen Weg, Julia.

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