8 Gründe, warum negative Gefühle gut sind

Als Menschen sind wir quasi darauf programmiert, Unlust zu vermeiden und Lust zu maximieren. Doch das blinde Ausleben dieser Impulse führt meist nicht zu den besten Ergebnissen. Ganz im Gegenteil: Die Flucht vor den negativen Emotionen ist für einen Großteil unserer Probleme und unseres Leidens verantwortlich.

Es ist deshalb unglaublich wichtig für ein wirklich erfülltes Leben, den Widerstand gegen negative Emotionen aufzugeben. Dein Leben wird sich in dem Moment ganz grundsätzlich ändern, in dem du dich dafür entscheidest, deinen negativen Emotionen in die Arme zu laufen, anstatt vor ihnen wegzurennen. Um dich dabei zu unterstützen habe ich hier die wichtigsten Gründe aufgeschrieben, warum negative Emotionen großartig, unglaublich nützlich und hilfreich im Leben sind.

Warum negative Gefühle gut sind - 8 Gründe
Photo by Cristian Newman

1. Sie ermöglichen Weiterentwicklung & Transformation

Oft wünschen wir uns, dass unsere Tage komplett harmonisch und ohne irgendwelche inneren oder äußeren Spannungen und Probleme verlaufen. 

Doch ein solcher Tag trägt nichts dazu bei, dass wir uns als Menschen weiterentwickeln und über unser Grenzen hinauswachsen. Würden alle Tage so verlaufen, könnten wir uns individuell und auch als Menschheit kaum weiterentwickeln. 

Entwicklung und Transformation ist ein ganz wesentlicher Teil der menschlichen Erfahrung, die unsere Seelen hier machen. Negative Emotionen sind ein Weckruf und ein Signal. Sie zeigen dir, dass etwas in deinem Leben nicht stimmig ist und du dein volles Potential in diesem Bereich noch nicht lebst. 

Sie fordern dich dazu auf, genau hinzuschauen und deine selbst auferlegten Limitierungen, Grenzen und Blockaden zu erkennen. Nur dann kannst du sie auflösen, über dich selbst hinauswachsen und dich weiterentwickeln.

2. Sie helfen dir, dich selbst besser kennenzulernen und zu verstehen

Negative Emotionen sind immer ein Zeichen dafür, dass es einen Anteil in dir gibt, der leidet und sich ungesehen, einsam oder ignoriert fühlt. 

In der Regel entsteht dieser Schmerz durch negative Gedanken, die ein bestimmter Anteil von dir glaubt. Vielleicht fühlt sich ein innerer Anteil auch von einem anderen Anteil unterdrückt, der ganz andere, vielleicht gegensätzliche Bedürfnisse hat. Mehr über diese innere Zerrissenheit erfährst du hier: Warum wir alle gestaltete Persönlichkeiten haben

Du kannst langfristig nicht glücklich und zufrieden sein, wenn du einen Teil deines Selbst und dessen Bedürfnisse unterdrückst. Zu einem ganzheitlich erfülltem Leben, echtem inneren Frieden und Wohlbefinden gehört, dass du niemanden in dir übergehst und allein lässt. Das heißt, du siehst die vielen verschiedenen inneren Anteile und ihre ganz unterschiedlichen Bedürfnisse, erkennst sie als einen Teil von dir und findest Wege, die verschiedenen Bedürfnisse bewusst zu erfüllen. 

Eine negative Emotion zeigt dir daher immer einen Teil deiner inneren Wahrheit, den du bislang vielleicht übersehen hast. Sie weist dich daraufhin, dass jemand in dir leidet und dass du dich diesem Anteil jetzt zuwenden darfst. Dadurch holst du diesen Teil wieder etwas näher zu dir, wodurch du zu einem vollständigerem und heilerem Mensch wirst. 

Das unangenehme Gefühl ist also immer eine Aufforderung, dich mit einem inneren Anteil zu verbinden und mehr über dessen Wahrheit zu erfahren. Du kannst dir bzw. dem Anteil in dir, der die negative Emotion erzeugt, die folgenden Fragen stellen:

  • Warum leidet dieser Anteil? 
  • Welcher Gedanke hat den Schmerz ausgelöst? Ist dieser Gedanke wirklich wahr? 
  • Was braucht dieser Teil von dir, um sich besser zu fühlen? Was fehlt ihm? 
  • Welche seiner Bedürfnisse sind momentan nicht erfüllt? 
  • Wie kannst du diese Bedürfnisse erfüllen? 

Wenn du dich einer negative Emotion zuwendest, anstatt sie gewohnheitsmäßig zu ignorieren, verdrängen oder zu unterdrücken, kannst du viel über dich selbst erfahren und deine wahren Bedürfnissen kennenlernen. 

Negative Gefühle sind ein Feedback deiner Seele
Photo by Yaoqi Lai

3. Sie sind ein wertvolles Feedback deiner Seele 

Emotionen sind die Sprache deiner Seele, die dir dadurch mitteilt, ob du dich auf dem Weg befindest, der deiner authentischen Wahrheit entspricht. 

Über Gefühle lässt dich deine Seele in jedem Moment wissen, ob du dich gerade im Einklang mit deinem höheren Selbst und deiner authentischen Wahrheit befindest oder nicht. 

Wie alles im Universum sind auch Gefühle und Gedanken Schwingungen. Wenn du hochschwingende Gedanken glaubst entstehen dadurch, hochschwingende Gefühle, die sich richtig gut anfühlen. Sie fühlen sich so gut an, weil sie im Einklang mit der sehr hohen Frequenz deines wahren Selbst sind. 

Glaubst du dagegen sehr niedrig schwingende Gedanken wie Ich mache immer alles falsch oder Ich bin nicht liebenswert erzeugt das in deinem Körper niedrig schwingende Gefühle, die sich unstimmig und mitunter richtig schmerzhaft anfühlen. Sie fühlen sich so schlimm an, weil sie so weit von deinem wahren Potential und den hohen Schwingungen deines höheren Selbst entfernt sind. Das erzeugt quasi einen dissonanten Ton in deinem Inneren. Die niedrigen Schwingungen dieser Gedanken passen nicht zu der hohen Frequenz deines wahren Selbst. 

Negative Emotionen sind daher eine wertvolles Feedback für dich. Es zeigt immer an, dass du gerade einen Gedanken gedacht und ihn vor allem auch geglaubt hast, der nicht im Einklang mit deiner authentischen Wahrheit und deinem höheren Selbst ist.  

Dieses Feedback deiner Seele ermöglicht es dir, hinderliche Gedanken und negative Glaubenssätze zu identifizieren, die dich bislang klein gehalten haben. Durch dieses Bewusstsein kannst du sie hinterfragen und loslassen. Dann kannst du Gedanken und Glaubenssätze finden, die deiner Wahrheit entsprechen und sich deshalb gut anfühlen. 

4. Sie helfen dir, Einsamkeit zu überwinden 

Einsamkeit ist eines der unangenehmsten Gefühle, die wir erleben können. Die meisten Menschen tun daher alles, um dieses Gefühl nicht spüren zu müssen, indem sie sich durch diverse Süchte und Abhängigkeiten, ständige Aktivitäten oder die permanente Flucht in den Kopf ablenken.

Doch Einsamkeit bietet immer eine große Chance zur Heilung sowie eine der schönsten Erfahrungen, die wir machen können: tiefe innere Verbundenheit mit uns selbst. Wenn du dich einsam fühlst, dann liegt es daran, dass du Anteile in dir selbst verlassen hast. Es sind innere Kinder, die du vor langer Zeit von dir abgespalten und ins Unbewusste verdrängt hast, weil du dich vor ihren meist schmerzhaften Gefühlen und den damit verbundenen Erfahrungen und Erinnerungen schützen möchtest.

Die negative Emotion der Einsamkeit lädt dich dazu ein, dich wieder mit diesen inneren abgespaltenen kindlichen Anteilen sowie ihren Gefühlen, Erfahrungen und Bedürfnissen zu verbinden. Diese innere Verbundenheit mit uns selbst ist unglaublich heilsam und wunderschön.

Wir können uns dadurch vollständig und tief verbunden fühlen, mit uns selbst und allem was ist, anstatt diese Sehnsucht auf andere Menschen zu projizieren. Diese innere Verbundenheit ist darüber hinaus eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, eine echte, sichere und tiefe Verbundenheit zu anderen Menschen zu spüren.  

Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel: Die wahre Ursache von Einsamkeit

Negative Gefühle helfen, sich selbst zu heilen
Photo by Fernando Ferdo

5. Sie helfen dir, dich selbst zu heilen 

Negative Emotionen sind immer eine Chance und eine Einladung zur Heilung. Sie helfen dir wieder ein ganzer und vollständiger Mensch zu werden, in dem du die vormals abgespaltenen Anteile zu dir zurückholst und in deine Wesen integrierst.

Einen abgespaltenen Anteil holst du wieder näher zu dir, indem du dessen Gefühle zulässt, sie in deinem Körper durchfühlst und offen für dessen Wahrheit bist. 

Dadurch heilst du innere Wunden, die durch vergangene Verletzungen entstanden sind. 

6. Sie ermöglichen dir die Erfahrung der gesamten Gefühlspalette

Nicht zuletzt sind es negative Emotionen, die dir die Erfahrung von positiven und angenehmen Emotionen erst ermöglichen. Denn ohne den Kontrast könnten wir auch die positiven Emotionen nicht wirklich erkennen, erfahren und auskosten. 

Du erkennst Licht nicht ohne Dunkelheit. Auch wahre Glückseligkeit begreifst du erst dann, wenn du auch tiefste Trauer kennst. Wir können Dinge, Konzepte und Gefühle erst wirklich verstehen, wenn wir das Gegenteil erfahren haben.

Das ist auch der Grund, warum sich unsere Seelen beispielsweise für schwierige Lebensumstände und problematische Startbedingungen entscheiden. Wenn wir als Kind keine oder nur sehr bedingte Liebe erfahren, haben wir die besten Voraussetzungen dafür, später wirklich tiefe, echte und bedingungslose Liebe zu erleben und in ihrer Tiefe zu ergründen.

Letztendlich haben wir es den negativen Erlebnissen und den damit verbundenen Emotionen zu verdanken, dass wir hier unsere schönsten und berührendsten Erfahrungen machen können. 

7. Negative Emotionen sind tief, intensiv & vielschichtig  

Wir schauen uns gern traurige oder dramatische Filme an oder Kunstwerke, die eher negative, vielleicht sogar verstörende Gefühle in uns auslösen oder diese ausdrücken. 

Oft wird dieser Kunst auch ein größerer ästhetischer Wert zugeschrieben als solcher, die ausschließlich positive Emotionen darstellt.  

Menschen sehnen sich danach, die Intensität, Tiefe und Vielschichtigkeit vermeintlich negativer Emotionen zu erfahren und genießen dies durch Filme, Musik und andere Kunst. Denn solange sie uns selbst nicht betreffen, verursachen sie kein Leid und können sogar ausgekostet werden.

Kunst in ihren verschiedenen Ausdrucksformen ermöglicht es uns, den schmerzhaften Widerstand gegen negative Emotionen für einen Moment aufzugeben und sie in ihrer Intensität, Tiefe, Vielschichtigkeit, oft sogar Schönheit zu erfahren.

Negative Emotionen sind universell und verbinden uns miteinander
Photo by Priscilla Du Preez

8. Sie ermöglichen Empathie & Einfühlungsvermögen

Nur wenn du selbst die Erfahrung gemacht hast, alle Emotionen zuzulassen und sie bewusst in deinem Körper zu fühlen, kannst du auch die Emotionen anderer verstehen, wirklich mitfühlen und dich mit deinen Mitmenschen auf einer tiefen Ebene verbinden.

Negative Emotionen zu kennen und sie auch zulassen zu können, ist daher eine wesentliche Voraussetzung, um dich mit anderen Menschen auf einer tiefen Ebene zu verbinden und sie unterstützten zu können. Was du in dir selbst erkannt und geheilt hast, kannst du auch in anderen erkennen, verstehen und heilen.

Die Erfahrung negativer Emotionen ist universell und verbindet uns alle miteinander.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag ein wenig die Angst und den Widerstand gegen Emotionen nehmen, die wir als negativ bewerten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Erfahrung und sie helfen uns vor allem dabei, über unsere selbst auferlegten Grenzen hinauszuwachsen und uns selbst zu verwirklichen. Wenn wir nicht im Widerstand sind, uns voll und ganz auf negative Emotionen einlassen und sie bedingungslos fühlen, verursachen sie auch kein Leid, sondern können sogar ausgekostet werden. Sie helfen uns immer dabei, uns mit uns selbst und in der Folge auch mit anderen Menschen zu verbinden.

Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel: Gefühle zulassen & das Leiden beenden

Wie ist deine Beziehung zu negativen Emotionen? Kennst du gute Techniken, um mit ihnen umzugehen? Oder fällte es dir schwer, negative Gefühle zuzulassen oder sie überhaupt wahrzunehmen? Hinterlasse gern einen Kommentar dazu unter diesem Artikel!

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