Sinn des Lebens: Was ist deine Lebensaufgabe?

Hast du dir schon mal Fragen gestellt wie: Was mache ich eigentlich hier? Woher komme ich? Welchen Sinn hat mein Leben? Was ist meine Lebensaufgabe?

Früher habe ich kaum über solche Fragen nachgedacht. Heute finde ich es unglaublich, wie wenige Menschen sich diese wesentlichen Fragen stellen.

Als ich anfing, mich mit diesem Thema zu beschäftigen und auf mein Herz zu hören, war mir schnell klar: Es muss einen Grund dafür geben, dass wir hier sind. Unsere Seele will in diesem Körper bestimmte Erfahrungen machen. Doch wir haben auch einen freien Willen und können uns entscheiden, ob wir diesem Seelenplan folgen oder lieber nach den Vorstellungen der anderen und den Erwartungen der Gesellschaft leben, weil das vermeintlich einfacher und sicherer ist. Der Preis, den wir dafür zahlen, ist jedoch hoch.

 

Die eigenen Lebensaufgabe entdecken und leben

Lebst du deine Lebensaufgabe? 

Ob du deiner Lebensaufgabe folgst oder nicht, ist leicht zu erkennen. Wenn du deine Lebensaufgabe lebst, fühlst du dich erfüllt und spürst eine Begeisterung für die Dinge, mit denen du dich täglich beschäftigst. Natürlich ist auch eine Person, die ihre Lebensaufgabe lebt, nicht immer rundum glücklich und gut gelaunt. Auch in einem solchen Leben gibt es Herausforderungen, schlechte Tage und Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut. Letztendlich sind wir als menschliche Wesen hier, um das gesamte Spektrum der Gefühle zu erfahren. Mitunter sieht die Lebensaufgabe auch gerade große Herausforderungen und schwierige Zeiten vor. Nichtsdestotrotz fühlt sich ein Leben, in dem man seiner Bestimmung folgt, grundsätzlich sinnvoll, erfüllt und stimmig an.

Im Gegensatz dazu fühlen Menschen, die das nicht tun, innere Leere, Frustration und fehlenden Sinn im Leben. Besonders deutlich und schmerzhaft zeigt sich das, wenn bestimmte Ziele und Meilensteine erreicht werden, die innere Leere und das Unbehagen aber nicht oder nur kurzfristig schwinden. Diese Gefühle sind die Sprache der Seele, die uns mitteilt, das wir nicht Unseres leben und in die Welt bringen. Betäuben wir diese Gefühle dauerhaft mit Süchten und Ablenkungen, fängt die Seele meist an, über den Körper mit uns zu kommunizieren. Anhand körperlicher Beschwerden, Schmerzen, Krankheiten oder psychischer Krisen zeigt sie uns, dass etwas nicht stimmt und lädt uns ein, einen anderen Weg einzuschlagen.

Was ist die Lebensaufgabe? 

Die Lebensaufgabe bezeichnen manche auch als Berufung, Bestimmung, Seelenplan oder Lebensmission. Man kann den Begriff wählen, der sich am besten anfühlt. Es sind letztlich nur Wörter, die auf eine tiefere Wahrheit hindeuten.

Für mich fühlt sich Lebensaufgabe am stimmigsten an, denn ich glaube tatsächlich, dass es eine bestimmte Aufgabe ist, die sich unsere Seele in diesem Leben vornimmt. Allerdings ist diese Aufgabe natürlich auch keine schnöde Pflicht, die es abzuarbeiten gilt. Sie ist ganz im Gegenteil meist mit viel Freude und Glücksgefühlen verbunden, auch wenn schwierige Momente und Lebenskrisen zu fast jedem Leben und jeder Lebensaufgabe dazu gehören. Die Lebensaufgabe kann etwas sein, das die Seele erfahren möchte oder das sie umsetzen, realisieren, in die Welt bringen will.

Was ist meine Lebensaufgabe? Finde den Sinn deines Lebens

Den Begriff „Berufung“ mag ich eigentlich weniger, da er zu eng mit „Beruf“ verknüpft ist. (auch wenn ich hier einen ausführlichen, praxisorientierten Artikel dazu geschrieben habe: Berufung finden: 8 Wege aus dem Hamsterrad). Ich bin mir jedoch sicher, dass es in Bezug auf die Lebensaufgabe keine künstliche Trennung zwischen Beruf und dem Rest des Lebens gibt. Sie umspannt das gesamte Leben. Demnach gibt es auch keinen Beruf, der unsere Bestimmung, Lebensaufgabe oder Berufung ist, sondern nur Berufe, die zu unserer Lebensaufgabe passen. Es ist daher kein Problem, wenn sich der Beruf im Laufe des Lebens immer mal wieder ändert und es kann sogar im Sinne der Lebensaufgabe sein.

Hinter jeder Inkarnation steckt die Absicht einer Seele, in der grobstofflichen, physischen Welt bestimmte Erfahrungen zu machen. Diese Erfahrungen sind unsere Lebensaufgabe, das, wozu wir hier sind.

Viele Menschen stellen sich die Lebensaufgabe als etwas sehr Großes oder Heroisches vor. Etwas, dass das Leben vieler Menschen und am besten die gesamte Welt verändert. Das muss sie aber gar nicht sein. Eine Lebensaufgabe kann mit dem Ego-Verstand betrachtet eher unscheinbar oder klein wirken, für die Seele aber eine große Bedeutung haben. Sie hat auch nicht zwangsläufig etwas mit dem Tun oder Machen zu tun, sondern es kann auch eine bestimmte Erfahrung oder ein Erlebnis sein, das unsere Seele in einem sterblichen Körper machen möchte.

Warum kennen so viele ihre Lebensaufgabe nicht?

Der Samen unserer Lebensaufgabe ist bereits zu unserer Geburt in uns angelegt. Wir bringen ihn mit in diese Welt. Er existiert in unserem Inneren wie eine Blaupause unseres Idealzustands. Am Anfang unseres Lebens haben wir noch Zugang zu unserer Lebensaufgabe, können sie aber nicht ausdrücken. Mit der Zeit legt sich jedoch durch Erziehung und Sozialisierung ein Schleier des Vergessens darüber.

In der Kindheit kennen wir unsere Lebensaufgabe noch

Je stärker wir uns im Laufe unserer Kindheit von uns selbst und unseren Gefühlen abspalten, desto stärker wird dieses Wissen verschüttet. Wir können es uns nur durch innere Arbeit, vor allem mit unseren Gefühlen und dem inneren Kind, zurückerobern. Wer wieder einen gesunden Zugang zu seinen Gefühlen hat, kann der eigenen Lebensaufgabe leicht auf die Schliche kommen. Dazu müssen wir nur den Gefühlen der Stimmigkeit, der Freude und des Enthusiasmus folgen, also dem, was sich im Herzen gut anfühlt, ohne uns vom Verstand dazwischen reden zu lassen. Das ist jedoch oft einfacher gesagt als getan.

Angst und Mangel an Liebe, vor allem sich selbst gegenüber, verhindern die Schritte, die notwendig sind, um der Lebensaufgabe zu folgen.

Beispiele für Lebensaufgaben

Doch wie kann ein solche Lebensaufgabe aussehen?  Die Lebensaufgabe kann beispielsweise sein:

  • Die Erfahrung zu machen, einen anderen Menschen bedingungslos zu lieben oder bedingungslos geliebt zu werden
  • Mitgefühl erfahren und aktiv leben, für andere da sein
  • Durch künstlerischen Ausdruck andere Menschen inspirieren und deren Leben verändern
  • Zu erfahren, was echte, tiefe Vergebung bedeutet oder was es bedeutet, wenn einem selbst vergeben wird
  • Trotz schwieriger Umstände lernen, Ja zum Leben zu sagen
  • Altes Karma auflösen
  • Die Macht der Selbstliebe erfahren
  • Die Entwicklung der Menschheit vorantreiben, das menschliche Bewusstsein auf ein neues Niveau heben
  • Anderen Menschen helfen, ein besseres Leben zu führen
  • Einen Weg finden, das eigene Leid und das Leid vieler anderer zu beenden

Es gibt verschiedene Facetten von Lebensaufgaben, gleichzeitig gibt es aber auch Aufgaben, die so gut wie alle Menschen betreffen, wie zum Beispiel den extrem limitierenden Glaubenssatz „Ich bin nicht genug“ zu überkommen oder bedingungslos lieben zu lernen. Das sind aber so große Aufgaben, dass sie meist nicht in einem Leben bewältigt werden und sich wie ein roter Faden durch mehrere Inkarnationen ziehen. Was wir auch in so gut wie jeder Inkarnation erfahren können ist, dass wir einen freien Willen haben und damit in jedem Moment unseres Lebens die Möglichkeit haben, neue, gute, angstfreie Entscheidungen zu treffen und dem Leben eine komplett neue Richtung zu geben.

Die Lebensaufgabe finden bzw. erkennen wir am besten in der Stille

Die eigenen Lebensaufgabe zu entdecken und zu leben ist niemals ein abgeschlossenes Projekt, sondern ein Prozess, der dich dein ganzes Leben begleitet. Sobald du deine Lebensaufgabe komplett erfüllt und gelebt hast, gibt es für deine Seele keinen Grund, sich länger in deinem Körper aufzuhalten. Du wärst dann gar nicht mehr hier. Das gleich gilt, wenn deine Seele absolut keinen Weg mehr sehen würde, dass du deine Lebensaufgabe in diesem Leben noch erfüllst. Wenn das nicht mehr möglich wäre, hätte deine Seele deinen Körper schon längst verlassen.

Das bedeutet also: So lange du am Leben bist, hast du die besten Voraussetzungen, deine Lebensaufgabe zu erfüllen. Du hast in jedem Moment deines Lebens die Möglichkeit dazu, angstfreie Entscheidungen zu treffen und deinem Leben eine komplett neue Richtung zu geben.

Deine Lebensaufgabe lebst du, wenn du deinem inneren Ruf folgst und dich wieder mit deiner authentischen inneren Stimme, deiner Intuition, verbindest. Wenn du dem folgst, was dich magisch anzieht, erfüllt und glücklich macht, kannst du sie nicht verfehlen.

Es gibt keinen Druck, die Lebensaufgabe zu erfüllen 

Jedoch ist es auch wichtig zu verstehen, dass es in Bezug auf die Lebensaufgabe keinen Druck, kein Versagen und keine Scheitern gibt. Selbst, wenn du dich mit deinem freien Willen dagegen entscheidest, deinem inneren Ruf und deiner Lebensaufgabe zu folgen, ist das für die Seele eine wertvolle Erfahrung. Du wirst wahrscheinlich kein besonders erfülltes oder glückliches Leben führen, aber für deine Seele ist es trotzdem eine wichtige Erfahrung. Für die Seele gibt es keinen Stress, keinen Druck und keine Eile. Sie hat die Ewigkeit und die Unendlichkeit zu Verfügung. Daher kann sie jede Entscheidung das freien Willens liebevoll annehmen und akzeptieren – auch das vermeintliche Scheitern (das für sie kein Scheitern ist, sondern eine Erfahrung).

Zum Weiterlesen

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11 Kommentare

  1. Schwierig. Ich finde ja die Lebensaufgabe ändert sich auch mit dem Altern und der Lebenssituation .. wäre ja schlimm wenn nicht. Denn wenn es jetzt noch meine Lebensaufgabe ist meine Kinder zu glücklichen Erwachsenen zu begleiten so wäre ich froh wenn ich danach Erfüllung in einer anderen Aufgabe finden würde.

    • Hi Verena, danke für deinen Kommentar. Natürlich ist die Lebensaufgabe nicht so konkret, dass sie sich über das Leben hinweg nicht ändert. Deine Lebensaufgabe kann zum Beispiel sein „für andere da zu sein“. Das bist du jetzt vielleicht für deine Kinder, später vielleicht für andere Menschen oder du verwirklichst dich in einem bestimmten Beruf, in dem du für andere da sein kannst.

      Alles Liebe
      Julia

  2. Spannendes Thema, das mir in letzter Zeit immer wieder über den Weg läuft. Das mit der „Lebensaufgabe“ sehe ich ehrlich gesagt noch etwas zwiegespalten. Zum Einen driftet es schnell ins sehr esotherische ab, mit dem ich einfach nichts anfangen kann. Zum Anderen bin ich der Überzeugung, dass wir uns da gar nicht gezielt Gedanken drüber machen sollten. Wörter wie „Lebensaufgabe“ sind so groß und schwer. Das übt Druck aus. Was, wenn ich es nicht schaffe meine Bestimmung zu finden? Wenn ich etwas völlig falsches mache?
    Lieber gehe ich das Thema so an, dass ich mich selber kennen lerne, achtsam durchs Leben gehe und darauf achte, dass es mir und den Menschen in meinem Umfeld gut geht. Dann findet sich doch meist von alleine das, womit man sich wohl fühlt. Das braucht dann gar kein Label.

    • Hi Sarah, zu viele Gedanken sollte man sich über die Lebensaufgabe auf jeden Fall nicht machen, denn die findet man nicht durch Nachgrübeln raus. Am besten ist man, wie du schreibst, achtsam und folgt einfach immer mehr dem, zu dem man sich auf natürliche Weise hingezogen fühlt. Dann macht das Leben Sinn, es fühlt sich erfüllt und stimmig an. Es gibt auch keinen Druck, die eigenen Lebensaufgabe zu leben. Wir haben einen freien Willen und können uns auch dagegen entscheiden und ich glaube auch, dass das viele Menschen machen. Nur ist das Leben dann meist nicht so bereichernd, wie es eigentlich sein könnte. Aber es ist auch eine Erfahrung, also bitte keinen Stress! LG, Julia

  3. Ein sehr gutes und Emotionales Thema was ich finde nicht leicht zu beantworten ist. Gibt es nur eine Lebensaufgabe oder mehrer ändert sich diese im Laufe der Jahre. Keine Ahnung, ich versuche auf mich selbst zu hören und mit mir im reinen zu sein um so mich selbst zu reflektieren. nur dann glaube ich kann man glücklich sein. Liebe Grüße Alex von https://margreblue.de/

    • Hi Alex, ja das ist auf jeden Fall eine gute Herangehensweise! Dann kannst du deine Lebensaufgabe nicht verfehlen, wenn du auf dich selbst hörst und dir nicht allzu viel von anderen und der Gesellschaft hineinreden lässt. Viel Erfolg auf deinem Weg!

  4. Es ist eigentlich ein Wahnsinn wie komplex und groß dieses Thema ist!
    Zuerst habe ich mich wirklich gefragt was denn in diesem Sinne eine Lebensaufgabe sein soll aber als dann deine Auflistung mit Beispielen kam, wurde mir immer klarer wie du das Ganze meinst und ich habe in einigen Punkten gesehen, dass es anscheinend in meiner Umgebung Menschen gibt die gerade dabei sind ihre Lebensaufgabe nach und nach bewusst (oder auch unbewusst) erfüllen.

    Viele Grüße
    Denise

  5. Liebe Julia

    Das hast Du sehr schön geschrieben!

    Ich sehe das auch in etwa so wie Du und bin gespannt was noch vor mir steht!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

  6. Liebe Julia,

    das hast Du wirklich wundervoll in Worte gefasst – genau darum geht es meiner Meinung nach! Ich habe es so ähnlich beschrieben u.a. in meinem Artikel „schaffen oder er-schaffen“. Fühle mich Dir sehr verbunden 😇

    Herzensgrüße

    Maria von Seelenmomente.jetzt

  7. Pingback: Wie du eine Lebensvision findest und dein bestmögliches Leben realisierst

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